Alles begann mit einer Reise Anfang der Nullerjahre, die uns nach Leipzig trug. Aus dem Rhein-Main-Gebiet stammend, war das Leben hier günstig, der Freiraum belebend und inspirierend. Also entschieden wir uns zu bleiben.

In den Jahren die kommen sollten, haben sich Menschen gemeinschaftlich organisiert, Projekte sind aus dem Nichts oder gerade wegen dieser Freiräume entstanden. Viele davon haben wir im Wunderwesten dokumentiert, haben Gespräche geführt mit den Akteur*innen des Leipziger Westens, der uns über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist. Die Jahre, die wir hier gelebt haben, haben uns geformt.

Nun haben wir uns wieder auf die Reise gemacht, um Freiraum zu finden, der uns neu beflügelt. Natürlich möchten wir unsere Wurzeln in Leipzig nicht kappen und haben unseren Blick daher auf das Leipziger Umland gerichtet. Schnell landet man dabei in Zeitz, einer Stadt, die in den vergangenen Jahren durch ein tiefes Tal gehen musste.

Kaum ein Artikel ist in den letzten Jahren zu Zeitz erschienen, in welchem nicht auf den Leerstand in der Innenstadt, Abriss, Rückbau und die damit einhergehende Resignation der Einwohner eingegangen wurde.

Noch ist Zeitz zwar eine schrumpfende Stadt, aber es gibt rege Gruppen an Menschen, die sich nicht der Trendfortschreibung aus weiterem Niedergang und Depression ergeben. Unter anderem zu erwähnen ist hier die Gruppe um das nahegelegene Kloster Posa, die zahlreiche kulturelle Projekte initiieren und das Kunsthaus Zeitz in der ehemaligen Stadtbibliothek entwickelt haben.

Es gibt hier viele leerstehende sanierte und unsanierte Häuser und viel Platz für die Umsetzung von Ideen und Projekten, was in anderen Städten aufgrund der immensen Quadratmeterpreise einfach nicht möglich ist.

Landschaftlich und städtebaulich ist Zeitz auch sehr schön. Manch steile Straße belohnt durch tolle Blicke übers noch flache Land.

Der Elster-Saale Radweg verbindet Zeitz mit Leipzig und Gera und mit der Bahn ist man in 28 Minuten in Leipzig Plagwitz.

Bei unserem ersten Besuch in Zeitz fielen uns gleich drei Gründerzeitgebäude in der Scharrenstraße auf, für die sich Haushalten e.V. ein Vorkaufsrecht hat einräumen lassen um sie vor dem Abriss zu retten. Die Häuser stehen seit vielen Jahren leer und sind ziemlich durch. Sie bieten sehr viel Freiraum für Freigeister.

Die Scharrenstraße bildete zwischen dem Brühl und der sich anschließenden Brüderstraße die erste Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt.
Früher hatten die Fleischer ihre Verkaufsstände, die als Scharren oder Fleischbänke bezeichnet wurden, in der Scharrenstraße stehen.

Das Kunsthaus in der alten Bibliothek liegt zwei Minuten entfernt, den Bahnhof erreicht man in zehn Minuten und den Roßmarkt mit Einkaufsmöglichkeiten in drei Minuten.

Die ehemals barocke, zweiseitig bebaute Straße ist im unteren Teil nur noch auf einer Seite bebaut. Die andere Seite ist zu einer kleinen Grün- und Spielfläche verwandelt worden. Hier befinden sich die drei Häuser, für die wir ein Gesamtkonzept aus Wohn- und Außenraum erstellen.

Wir waren oft in Zeitz, haben uns diese Gebäude lange angeschaut und mittlerweile eines der Häuser erworben. Da wir keine „Immobilienentwickler” sind, wird es sicherlich noch eine ganze Weile dauern, bis die Sanierung vorangeschritten ist und die Räume bewohnbar sind. Und weil wir nicht die Profis sind, die etwas sanieren und dann x-beliebige MieterInnen suchen, strecken wir bereits jetzt schon die Fühler nach Freigeistern aus, die individuellen Freiraum suchen.

Blick auf die Scharrenstraße vom angrenzenden Park. Mittlerweile gehören die Häuser rechts und links zum Gesamtprojekt. Auch sie werden in den kommenden Jahren wiederbelebt werden.

Spricht euch das an? Dann meldet euch gern bei uns mit einer kurzen Vorstellung zu euch selbst.

Vielleicht wisst ihr ja auch von anderen Menschen, die eurer Meinung nach diesen Freiraum suchen. Dann macht sie gerne auf das Projekt aufmerksam.

Wir sind Petra und Sascha, Künstlerin und Fotograf und ihr erreicht uns am Besten per E-Mail unter:

kontakt@wunderwesten.de